Der Nagelfetisch

15. Januar 2011 | Von | Kategorie: Afrika

Nagelfetisch Fetischfigur der BakongoUnter einem Nagelfetisch versteht man eine Fetischfigur vom Stamm der Bakongo aus dem nordwestlichen Kongogebiet, die übersät mit Nägeln ist. Es gibt auch Nagelfetische aus anderen Gebieten und von anderen Stämmen, wie z. B. dem Stamm der Mossi aus Burkina Faso, einem Staat in Westafrika, der im Inneren des Nigerbogens liegt. Die Nagelfetische unterscheiden sich, letzterer Stamm verwendet statt Nägeln auch Schnur oder Draht, der um die gesamte Figur gewickelt wird. Bekannter aber sind die Figuren, in deren Körper Nägel eingeschlagen sind, die Nägel sind oft krumm und schief oder in parallelem Abstand. Sie bilden damit verschiedene Muster. Auf dem Kopf tragen die Figuren häufig einen Kranz aus Federn. Das Gesicht gleicht dabei einer Maske. Diese aufwendig gefertigten Fetische sollen vordergründig vor bösem Zauber, vor Krankheit und anderem Unheil schützen. Sie sind jedoch auch zu Voodoozwecken gedacht.

Die Erscheinungsform der Fetischfiguren ist also sehr vielfältig und reicht von einfachsten Formen bis hin zu künstlerisch aufwendigen und großen Figuren. Die Nägel werden in die Figur geschlagen, um die Kräfte des Fetischs zu wecken, wobei dieser Vorgang der Ausrichtung eines ganz bestimmten Wunsches oder Befehls dient. Die Funktion des Nagelfetisch kann sowohl moralischer Natur sein als auch Drohung und Einschüchterungsversuch. So kann der Nagelfetisch dabei helfen, einen Lügner oder Dieb zu überführen. Dem Fetisch wird Schmerz zugefügt, warum er Rache üben und dem Lügner oder Dieb ähnliche Schmerzen bereiten soll. All das hat viel mit Suggestion zu tun, denn gerade gläubige Menschen fürchten den Fetisch und zollen ihm hohe Achtung. Der Nagelfetisch entfaltet in ihren Augen seine volle Wirkung und kann wirkliche Qualen und Ängste auslösen.

Nagelfetische haben ihren Ursprung möglicherweise im Christentum. Die Gebiete des nordwestlichen Kongos wurden im 15. Jahrhundert von Portugiesen christlich missioniert. Der heilige Sebastian ist eine damals übliche Darstellung, der sich die Missionare bedient haben. In seinem Körper stecken etliche Pfeile. Er war ein Heiliger, der bei der römischen Christenverfolgung mit Pfeilen beschossen wurde und so hingerichtet werden sollte, was jedoch nicht gelang. All das soll sich auf die Ureinwohner ausgewirkt haben, dass aus diesem Vorbild ihre Fetische entstanden. Parallelen könnte man allerdings auch zu der Kreuzigung Jesus’ ziehen.

Riten und Kulte sind in vielen Teilen Afrikas gebräuchlich. Neben dem Nagelfetisch gibt es noch etliche andere Fetische. Das Material zur Fertigung eines Nagelfetischs besteht aus Holz, Glas, Federn oder Metall. Die Figur kann etliche Gestalten haben, die vom Tier bishin zum Menschen führen.

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Ein Kommentar auf "Der Nagelfetisch"

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